Die Insel aus Sand
Norderney ist, wie alle ostfriesischen Inseln, auf und aus Sand gebaut. Dennoch gibt es hier eine Vielzahl unterschiedlicher Landschaftsformen und Lebensräumen. Und die liegen zum Teil sehr dicht nebeneinander. Und weil hier alles aus Sand gebaut ist, ist die Landschaft sehr dynamisch.
Der Inselosten eignet sich sehr gut für Wanderungen.
Landschaftstypen
Der Osten der Insel Norderney umfasst etwa 10 km², bei einer Länge von fast 7 km.
Sand, Wind, Wasser und Kaninchen prägen die Landschaft.

Nordseeküste mit einem sehr breiten Sandstrand
Hier branden die Wellen an, insbesondere bei Wind aus nördlichen Richtungen. Der Strand ist häufig ziemlich menschenleer. Im Sommer brüten hier Strandbrüter, wie der Sandregenpfeifer und die Zwergseeschwalben. Im Winter und in den Vogelzugzeiten rasten hier große Schwärme an Vögeln. Darunter: Sanderlinge, Alpenstrandläufer, und Steinwälzer. Verschiedenste Arten von Möwen sind immer da. Mit etwas Glück bekommt man auch Hochseevögel zu sehen.
Muschelschalen, Quallen, Schnecken und anderes Strandgut wird hier angespült.

Weiße und Graue Dünen
Direkt hinter dem Strand türmen sich eine oder zwei Reihen hoher, ungleichförmiger, gut 10 m hoher Dünen. Anfangs noch unbewachsene Weiße Dünen verwandeln sich im Laufe der Jahre in Graue Dünen – bewachsen in erster Linie mit Strandhafer. Diese Dünen wandern.
Eine weitere Reihe an Dünen liegt etwas weiter im Süden. Diese Dünen sind stärker bewachsen. Hier findet man (als einzige Pflanze, die auch mal höher als 1,5 m wird) Holunder. Aber auch diese Dünen sind nicht vollständig bewachsen – im Gegensatz zu ähnlichen Dünen auf anderen ostfriesischen Inseln.
Diverse Möwen brüten hier in Kolonien. Kaninchen auch.
Die Dünen im Inselosten liegen in der Ruhezone des Nationalparks (der Kernzone) und dürfen, mit Ausnahme der Möwendüne, nicht betreten werden.

Dünentäler
Durch die Dünen brechen sich in unregelmäßgen Abständen Täler mit einem erstaunlich flachen Boden. Im Sommer sind diese Täler meist trocken. Im Winter, bei Sturmfluten, dringt hier das Meerwasser bis in die Mitte der Insel ein – und bleibt dann stehen.
Zwischen den beiden Dünenreihen liegt ein recht breites Tal. Hier verläuft der sog. Mittelweg, einer der drei Wege zum östlichen Inselende. Hier liegt eine ganze Kette kleiner oder größerer, meist temporärer Tümpel. Die enthalten manchmal Süßwasser, manchmal Brack- oder gar Salzwasser. (Warum?)
In diesen Dünentäler leben mittlerweile bundesweit selten gewordene Vögel, wie Feldlerchen, Brachvögel, Wiesenpieper, und Käfer.
Und Kaninchen.

Salzwiesen
An die Dünen schließen sich riesige Flächen mit Salzwiesen an. Durchzogen von Prielen und Gräben werden sie vom Watt im Süden aus mehr oder minder häufig von Salzwasser überschwemmt. Hier wachsen einzigartige Pflanzen, die das Salz vertragen, und die deshalb nur dort vorkommen. Die Salzwiesen sind feucht, und nur auf zwei Wegen ganz am oberen Rand zu betreten. Der Mittelweg von der Möwendüne zum Inselende gehört dazu.
Der Rest des Gebiets ist ein El Dorado für die verschiedensten Brutvögel und Aufenthaltsort für rastende Zugvögel. Auch Damwild ist hier heimisch. Und Kaninchen.
Watt

Das Watt
Am Südrand der Insel liegen bis zu 4 km Watt. Mal unter Wasser, mal „trocken“, durchzogen von Prielen. Um dorthin zu kommen, muss man allerdings eine Inselquerung buchen. Man kann tatsächlich von Neßmersiel auf dem Festland nach Norderney laufen. Mit einem Wattführer, bitte!

Der Schlopp
Norderney besitzt eine Besonderheit: den sog. Schlopp. Das ist ein Priel, der sich von Süden her zwei Mal am Tag mit Wasser füllt, und der den Weg zum Inselosten abschneiden kann. Oder den Rückweg. Sehr spannend!
Bildquellen
- 20210302_133141: Rolf
- Duenental_Schlopp_Norderney: Rolf Schauder
- Goldgräber_im_Watt_P1295514(2): Rolf
- Schlopp_Niedrigwasser_Richtung_S: Rolf
