Wandern im Nationalpark
Der allergrößte Teil des Inselostens gehört zur Ruhezone (der Kernzone) des Nationalparks. Es ist großartig, dass man diesen Bereich betreten und genießen darf – eigentlich ist es das Wohn- und Schlafzimmer der Tiere und Pflanzen, die dort leben. Leider wissen das einige Besucher nicht zu schätzen…
Man kann diese Landschaft auf mehren Wegen zu Fuß (höchstens noch zu Pferd) erkunden und genießen. Abseits der Wege ist das Betreten nicht erlaubt. Fahrräder sind nicht gestattet (und machen auch keinen Sinn). Hunde müssen an die Leine! Empfehlung: Schleppleine. Dann sind die Hunde noch unter Kontrolle, aber sie werden nicht verrückt. 6 Stunden ständig an der kurzen Leine – das halten weder Hund noch Halter aus….
Wegemarkierungen
Die Wege im Nationalpark sind durch Pfosten markiert, die im Abstand von etwa 100 m stehen. Grüne Markierungen kennzeichnen Wanderwege aus, rote Reitwege. Diese Pfosten stehen auch am Strand an den 4 Übergängen zum Mittelweg. Im Sommer erkennt man sie auch leicht an den aufgestellten Gitterboxen für den Strandmüll.
Wege
Die Wege im Nationalpark sind nicht befestigt. Es sind Trampelpfade durch Wiesen, durch Sand, durch ein kleines Stückchen Watt (der Schlopp), durch Salzwiesen, oder am Strand entlang. Je nach Witterungsbedingungen und Jahreszeit können sie trocken sein, oder unter Wasser stehen (letzteres nach Sturmfluten, also meist im Winter).
Hinweise für Besucher
Keine Infrastruktur
Die Wege im Nationalpark sind nicht befestigt. Östlich des letzten Parkplatzes (Osthellerparkplatz) gibt es keine Unterstände, keine Bänke, keine Tische, keine Toilette, keinen Kiosk – nichts. Zum Glück aber auch keine Bären oder Zecken…
Wetter
Der Inselosten ist lang – knapp 7 km. Man ist also gerne mal 4 Stunden unterwegs. Und die Landschaft ist überwiegend offen. Gewitter, heftige Regenschauer und gelegentlich Seenebel können gefährlich werden. Und sie kommen schnell! Es gibt auch keinen Sonnenschutz. Insbesondere die Salzwiesen zwischen der Möwendüne und dem Inselende können in praller Sonne unangenehm heiß werden – auch wenn nur 20 Grad angesagt werden.
Es macht übrigens auch keinen Spaß, gegen einen kräftigen Wind 7 km am Strand zu laufen und sich den Sand in das Gesicht und in die Augen blasen zu lassen.
Gezeiten / Hochwasser / Fluten
Norderney hat gegenüber den anderen ostfriesischen Inseln eine Besonderheit aufzuweisen: den Schlopp.
Das ist ein Priel, der vom Wattenmeer aus in die Insel hineinragt und sich mit Ebbe und Flut leert und füllt. Er kann durchaus auch den Mittelweg überfluten, so dass man dann die Schuhe ausziehen muss. Bei sehr hohen Wasserständen kann er sogar bis an den Strand durchbrechen und die Insel in zwei Teile teilen.
Pech, wenn man den Schlopp bei Niedrigwasser auf dem Hinweg trocken überquert hat und auf dem Rückweg dann plötzlich vor einen riesigen See steht….
Man sollte also unbedingt wissen, wann Hochwasser ist, und am besten auch, wie hoch das Wasser auflaufen wird. Wann Hochwasser ist, kann man überall nachlesen, z.B. auch im Norderneyer Morgen, den es bei jedem Bäcker gibt. Wie hoch das Wasser steigt, findet man auf der Internetseite des BSH.
Ein Anstieg bis zum Mittleren Hochwasser bedeutet, dass das Wasser etwa bis zum Mittelweg kommt. Bei + 20 cm steht man schon vor einem See, den man nicht mehr trockenen Fußes queren kann. Ab + 150 cm haben wir eine offizielle Sturmflut – da geht man sowieso nicht mehr raus.
